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Ist für einen Gabionenzaun eine Baugenehmigung erforderlich?

Die Bauvorschriften für Gabionenzäune differenzieren von Bundesland zu Bundesland.
Im Regelfall benötigt ein Gabionenzaun oder eine Sichtschutzwand mit einer Höhe bis zu 1,80 Meter keine Baugenehmigung. Hin und wieder sind Regelungen auf kommunaler Ebene zu beachten. Den Zaun kann man direkt an die Grenze des Gartens positionieren, ausgenommen es findet eine Beeinträchtigung der Sicht, beispielsweise bei einer Straßenkreuzung statt. Die Abstände zur Grundstücksgrenze muss man zwingend einhalten, wenn man die Höchstgrenze für Wände oder Zäune von 1,80m überschreitet.

Zulässig im ortsüblichen Rahmen

Liegt keine Regelung durch einen Bebauungsplan oder Satzung durch die Gemeinde oder der Stadt vor, ist ein Gabionenzaun grundsätzlich erlaubt, solange er den ortsüblichen Rahmen nicht sprengt. Es muss eine Übereinstimmung mit dem Wohngebiet oder Straßenzug vorliegen. Es ist auch zu überprüfen, wie oft dieser Zaun im Wohngebiet vorkommt.

Einheitliches Bild zum Wohngebiet

Vom Gesetzgeber wird ein Zaun wie eine Einfriedung behandelt. Die Kreation der Grundstücksgrenzen muss ein einheitliches Bild zum Wohngebiet oder Straßenzug bilden. Gibt es im Stadtgebiet keine Kristallisierung einer ortsüblichen Einfriedung, kann der Nachbar im Regelfall nicht darauf bestehen, dass eine seiner Meinung nach unschöne Einfriedung nicht aufgebaut oder wieder entfernt wird. Zur Sicherheit ist beim zuständigen Bauamt der Gemeinde nachzufragen.

Grenzabstände für diesen Zaun

Die Errichtung von Zäunen oder Sichtschutzwänden bis zum einer Höhe zwischen 1,80 und 2,00 Meter im Innenbereich der Ortsteile ist in zahlreichen Bundesländern ohne Baugenehmigung aus baurechtlicher Sicht zulässig. Andere Umstände können jedoch zu einer Einschränkung führen. Dies trifft zu, wenn u.a. eine Beeinträchtigung durch die Sicht auf öffentliche Verkehrsflächen vorliegt. Wird die Höchstgrenze der Bauordnung des bestimmten Bundeslandes nicht befolgt, geht vom Zaun ein gebäudeähnlicher Effekt aus und deswegen greifen auch die Bestimmungen hinsichtlich der Distanz für Gebäude. Ein Gabionenzaun ist aus privater Sicht eine Einfriedung an der Grundstücksgrenze und wird dementsprechend behandelt. Mit dem Einverständnis des Nachbarn kann von diesem Regelwerk abgewichen werden. Bei einer Verunstaltung hilft auch die Zustimmung des Nachbarn wahrscheinlich nichts, weil das zuständige Bauamt nach den öffentlich-rechtlichen Vorgaben gegen „Verschandlungen“ intervenieren dürfen.

Zusammenfassung

Beim Gabionenzaun ist maßgebend, was als „ortsüblich“ angesehen wird und wie die Zäune in der Umgebung gestaltet wurden. Bis zu einer Höhe von 2 Meter dürfen Sie zu den seitlichen Nachbargrundstücken Zäune montieren. Auf öffentlichen Verkehrsflächen, bzw. der Bereich des Vorgartens darf man nur einen Zaun von maximal einem Meter Höhe aufbauen. Höhere Zäune erfordern eine Baugenehmigung. Liegt das Grundstück im Bereich eines Bebauungsplans, können andere Vorgaben für Zäune vorliegen. Städtebaulich sind Einfriedungen an Straßen über einem Meter nicht gewünscht und erhalten keine Genehmigung.